Namasté – oder doch lieber nicht?

namasté und hallo,

was ist trend was ist echt? yoga, ayurveda, curry und ooom für alle?! 

wer sich für bewegung, köperliche fitness und innere ausgeglichenheit interessiert, der kommt an fernöstlichen einflüssen nicht vorbei. „namasté“ ist für mich so ein symbol: namasté am see (als werbegruß), namasté-tee (als trendgetränk) und jedes zweite instagram-posting endet mit, richtig:         namasté! to all of you…
irgendwie fühlt sich das nicht immer stimmig an – das habe ich mir mal genauer angesehen, warum da oft ein unbehagen bei mir aufkommt.

namasté ist ein wundervolles wort der begrüßung – ich verneige mich vor deinem wesen – das ist respekt, offenheit, nächstenliebe, aufmunterung – alles in diesem wort.

das wort kommt aus dem sanskrit, es gehört zum alltag der hindus. namasté wird dabei nicht zwangsläufig ausgesprochen, sondern ist vielmehr eine geste: dabei werden die handinnenflächen zusammen vor das herz gehalten (=anjali-mudra), dazu kommt eine angedeutete verneigung – ganz kraftvoll, ganz leise. eine ehrerbietung vor dem anderen, der gesamten schöpfung eben. eine ganz sanfte, aber umso stärkere alltagsübung – eine geste, die andeutet: ich bin im hier und jetzt und mir immer über die herrlichkeit der schöpfung bewusst…

so, jetzt kommt’s: muss man das oder vielleicht sogar mehr wissen, wenn man namasté sagt? namasté-grüßer, yoga-poser, ayurveda-wellnesser – sinn oder unsinn? meine erleuchtung 😉 hier für euch:

wir haben alle das recht neues zu probieren, in unseren alltag zu intergrieren – mit respekt.

aktuell gibt es eine diskussion über kulturelle aneignung (cultural appropriation) – das trifft das dilemma ganz gut.

fremde federn. redakteur peter praschl fasst auf zwei seiten unter dem titel „fremde federn“ in der welt am sonntag zusammen worum es bei kultureller aneignung geht: kulturen und/oder minderheiten werden von „uns“ – noch immer/mehr denn je – ausgebeutet, einfach vereinnahmt und trivialisiert. das gilt auch für wellness, wellbeing und beauty. der jounalist nimmt als aufhänger für die story harmlos-hübsche model-mädchen her. ihnen wurden für die marc-jacobs-new-york-fashionweeek-show dreadlocks verpasst. damit beginnt der artikel und mit dem auftritt der models begann ein social-media-shitstorm für marc jacobs. der designer ging in die knie und entschuldigte sich auf allen seinen kanälen. why?

musik, outfits, symbole, rituale, ganzheitliche modelle oder eben styles und frisuren aus anderen kulturen werden oft reduziert und unreflektiert zur  bespaßung/beghübschung/gewinnmaximierung übernommen. kulturelle aneignung ist kein catwalk-beauty-gassenhauerthema. es betrifft uns alle.

klar, es wäre wünschenswert gewesen viele generationen, entdecker, herrscher, konsumenten, missionare… vor uns hätten sich auch dieses themas angenommen, wären weniger brutal mit dem wissen, mit der kultur, mit den werten anderer umgegangen. doch daran hat sich bis heute nichts geändert – unser handeln hat auswirkungen. wir haben nun das wissen – die vernetzung – den intellekt  – das anders zu gestalten, darauf zu reagieren.  das ist komplex, das ist anstrengend – aber das geht und bringt uns allen mehr! auch beim thema beauty, wellness und wellbeing.

was bedeutet diese kulturelle aneignung direkt für mich, in meinem alltag: darf eine österreicherin yoga machen, ayurveda-treatments buchen und meditation unterrichten und namasté sagen – oder ist das wohlstandsverwahlosung, dummheit, ignoranz gepaart mit arroganz. ist das ablenkung um den alltag besser zu ertragen, spirituelles gedünse, selbstverwirklichung unter dem deckmantel der offenheit? ich sage – nein!

jede/r darf alles probieren: schnupperstunden im yoga absolvieren, sich mit henna bemalen lassen, ayurveda treatments genießen…  nachfragen und hinterfragen gehört auch dazu – warum ist es gerade trend? woher kommt es ursprünglich, aus welchem umfeld? wie hat es sich entwickelt? warum ist es in unserem kulturkreis gelandet, was erwarte ich mir davon?

ich sage ja zu kultureller aneignung – mit respekt!

stereotypisierungen passieren – auch ganz ohne böswillige absicht. passiert mir sicher auch. ich gestehe euch, dass ich lange geglaubt habe, dass yoga sich verrenken zu vogeligen namen sei.  ignorant?  nein, aber besonders schade um die zeit, in der ich nichts von dem ganzheitlichen system und seinen säulen wusste (yogische ernährung/lebensführung, nächstenliebe, heilige schriften…). mehr wissen macht mehr spaß und hilft bei der entscheidungsfindung – ist das was für mich, für mein leben, etwas schönes, kann es mir dienlich sein (nutzen), oder sollen doch mal lieber die anderen ran und lasse ich dies oder jenes ganz bewusst aus? nachhaltige information ist sexy und entwicklung in die tiefe kann ein lebenssinn sein. sich schmücken, weiterentwickeln und auch zerstreuen mit neuem input, symbolen und weisheiten aus anderen kulturen ist wunderbar!

nun möchte ich noch einen schritt weitergehen und euch erzählen, wie sehr mich der (sic!) ayurveda inspiriert. es liegt ja auch im trend – eine fünftausend jahre alte lehre ;).

ayurveda  nachhaltig. überraschend.

wer bei „ayurveda“ nur an öl-stirn-guss denkt, ist selbst schuld. mein wissenststand vor zehn jahren: ayurveda bedeutet die lehre vom leben… das wusste ich aus spa-hotel-broschüren… ich habe aber ab einem zeitpunkt über den ayurveda bücher gelesen, vorträge gehört, mit ayurveda-ärzten diskutiert, mir die leute angesehen, die nach dieser philosphie leben/es versuchen… das hat mich inspiriert. dann wurde es praktischer – ich begann mit dem morgendlichen zunge-schaben, öl-ziehen, startete ayurvedische kochorgien und möchte mit euch teilen was für mich bis dato vom ayurveda lifestyle integrierbar ist – funktioniert und freude macht. der ayurveda – das ganzhetliche system – ist für mich eine möglichkeit leistungsstark zu bleiben/werden – aber ohne druck. auch hier kulturelle aneignung ja, gerne – wenn es etwas bringen soll, dann gilt es aber aktiv zu werden… ich weiß das ist zeitintensiv, manchmal abschreckend – aber hey pobiert es mal aus – genau aus diesem grund schreibe ich eine ayurveda-serie – lebbar, umsetzbar – in den nxt wochen für euch!

so kam der ayurveda zu mir – kommt er zu dir? 

so empfinde ich es als schöne fügung, dass ein traditionsreiches unternehmen – ein leidenschaftlicher vorreiter zum thema ayurveda in europa – auf meinen blog gestoßen ist und sich so ein wunderbarer austausch ergeben hat. vielen dank dem ayurveda parkschlösschen! für die möglichkeit bei euch so viel neues zu lernen – in diesem stimmigen, noblen, aber naturnahen ambiente.

wer immer von euch leserinnen gelegenheit hat ebendort einen kurzaufenthalt zum reinschnuppern oder doch eine längere reinigende ayurveda-kur zu machen, wird nicht enttäuscht werden – ich empfehle es auch meinen engsten freunden! ayurveda wird im parkschlösschen authentisch mit sehr viel liebe praktiziert UND jedem besucher auch ganzheitlich nähergebracht – in kurzweiligen vorträgen, unglaublich motivierenden kochkursen und mit ärzten, therapeuten, köchen, gäste-betreuern, einem ganzen team, dem es anzusehen ist, wie sehr diese heilkunst und lebenseinstellung wirkt. als komplementäre methode zur schulmedizin, darauf wird auch wert gelegt, bietet der ayurveda mit über fünftausend pflanzen, mit mineralien/metallen, fantastischen kuren, öl-behandlungen, puls-diagnose (Nadi pariksa), etc. eine unglaubliche vielfalt, die ich gerade schritt für schritt entdecke und hier am blog beschreiben werde. ganzheitlich natürlich. liebe martina, ich schicke ein herzliches namasté ins ayurveda parkschlössl grüß‘ mir carina, didier, dr. helene und dr.  chandrasekera und all die anderen, die bei euch ayurveda lehren und leben.

anlässlich meiner ayurveda-serie gibt es auf dem oh! shop ayurvedische wochen.  mit dabei ist ein österreichisches unternehmen, das das beste ghee (butterschmalz)produziert. (ayurvedisches ghee soll  ja die verdauung anregen und  das agni (verdauungsfeuer) stärken) und natürlich auch nicht fehlen darf: die gewürz- und teemanufaktur akala – mit besten ayurveda gewürzen/(haar)ölen in österreich…

namasté – happy day eure regina

hier noch ein paar verlinkte impressionen und der facebook link zum einmaligen resort für euch:

Author: Regina

be real. eat real. act real.

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2 Kommentare

  1. Gut reflektiert. Nett geschrieben. Darf eine Österreicherin Yoga unterrichten? Na klar. Meine Meinung: es verhält sich hier ähnlich wie mit Englisch lernen zB…. Jemand der aus dem selben kulturellen Denken kommt wie ich, ähnlich sozialisiert wurde wie ich usw schafft es uU besser mit ‚das andere ‚ näher zu bringen, weil die Anfangsprobleme bei der Umsetzung selbst erlebt hat, bzw weiß aus welchen Denkstrukturen man ausbrechen muss 😉 ich finde auch dein Blog stellt sehr schön das Thema ‚ der Weg ist das Ziel‘ dar… Wir suchen, wir finden, wir probieren, wir sind begeistert, wir revidieren , wir reflektieren… Danke!

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    • vielen dank fürs lesen. ja, das durchbrechen von strukturen und mustern – ein lebenslanges thema. aber immer wieder wert sich drauf einzulassen. alles liebe weiterhin beim entdecken – und schau‘ mal wieder am blog vorbei – das freut mich. have a great day ! regina

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